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Verbesserung der Nistmöglichkeiten -2-
Nisthilfen für Bewohner markhaltiger Stengel

Verbascum-Stengel mit Nest von Osmia tridentata

An einem in den Boden geschlagenen Stab wurde ein dürrer Stengel der Königskerze mit Bindedraht befestigt. Entscheidend ist die vertikale Orientierung des Stengels, weil sich in markhaltigen Stengeln nistende Wildbienen bei der Suche nach einem geeigneten Nistplatz bevorzugt an vertikalen Strukturen orientieren. Sie werden gegenüber Brombeerranken, die mit ihrem Ende nach unten gerichtet sind, bevorzugt. Gebündelte Stengel werden von solchen Art nicht angenommen.

Osmia tridentata - Nesteingang

Stengel , der von Osmia tridentata (Dreizahn-Mauerbiene) besiedelt ist. Der Nesteingang anderer Besiedler (Mauerbiene Osmia leucomelana oder verschiedene Grabwespen) sieht genauso aus; lediglich der Durchmesser ist geringer. Ohne eine direkte Beobachtung der Nestinhaberin kann also nicht festgestellt werden, wer in dem Stengel nistet.

Einige Wildbienen verwenden zum Nisten ausschließlich abgebrochene oder abgeschnittene, markhaltige, dürre Zweige bzw. Stengel von Brombeeren, Himbeeren, Heckenrosen, Königskerzen, Disteln, Kletten oder Beifuß. In das weiche Pflanzenmark nagen sie einen Gang für das Nest. Die Bruch- bzw. Schnittstelle ermöglicht den Bienen den Zugang. Nur die verhältnismäßig große Dreizahn-Mauerbiene (Osmia tridentata) ist in der Lage, seitlich ein Loch in die verholzte Stengelwand zu nagen.

Osmia tridentata Nest
Osmia tridentatan an Lathyrus tuberosus

Die Bilder zeigen einen geöffneten Königskerzen-Stengel mit drei Zellen von Osmia tridentata mit jungen Larven und ein Weibchen beim Pollensammeln an der Wilden Platterbse (Lathyrus sylvestris).

Bei Heckenrosen genügt es, mit der Rebschere die Enden dürrer Zweige abzuschneiden. Bei Brombeerhecken könnte man genauso verfahren. Gärtner empfehlen aber zur Verhütung von Krankheiten, nach der Ernte die alten Ranken ganz zu entfernen. Anstatt diese zu verbrennen, schneidet man sie in meterlange Stücke und stellt sie frei im Garten auf oder bindet sie mehr oder weniger vertikal orientiert an den Gartenzaun oder befestigt sie an zwei zwischen zwei Pfosten gespannten Drähten. Mit alten Himbeerruten kann man in gleicher Weise verfahren. Auch abgeblühte Königskerzen (v.a. Verbascum densiflorum), Disteln und der Gewöhnliche Beifuß lassen sich gut verwenden. Hier entfernt man nach der Samenreife Blätter und Seitentriebe, schneidet den Stengel über dem Boden ab und entfernt den Fruchtstand. Dicke Königskerzen-Stengel neigen aber zum Reißen. Um dies zu verhindern, nehme ich einen Draht und ziehe ihn um den Stengel herum fest zusammen. An einem trockenen Ort über Winter aufbebewahrt, werden die Stengel im kommenden Mai ausgebracht.

Holunder wird nach meiner Erfahrung nur in sehr seltenen Fällen besiedelt. Dürre markhaltige Stengel in waaagrecht gelagerten Bündeln anzubieten, ist nicht sinnvoll, weil die Besiedler in der Natur sich vor allem vertikale oder schwach geneigte, einzeln stehende Stengel oder aus einer Brombeerhecke herausschauende Ranken suchen. Nur auf den Boden zu legen wäre ebenso falsch, da die Verpilzungsgefahr durch die erhöhte Bodenfeuchtigkeit die Bienen vom Nisten abhalten würde. Nach der Besiedlung müssen die Stengel für ein weiteres Jahr im Freien bleiben, damit die Brut sich entwickeln und im kommenden Jahr schlüpfen kann.

Osmia leucomelana Nest

Geöffneter Brombeerstengel mit 6 Zellen der Mauerbienen-Art Osmia leucomelana, in denen sich die Larven bereits in einem durchsichtigen Kokon eingesponnen haben. (Der Stengel war während des Nestbaus vertikal ausgerichtet.!) Diese Bienenart tritt in meinem Garten regelmäßig auf.

Osmia leucomelana

Weibchen von Osmia leucomelana sammelt Pollen im Blütenstand der Kaukasischen Fetthenne (Sedum spurium).

Die meisten Stengelbewohner haben nur eine Generation im Jahr. Somit schlüpft die Nachkommenschaft erst zehn bis zwölf Monate nach der Bebauung und solange müssen diese Nisthilfen unverändert möglichst an Ort und Stelle belassen werden.

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Charakteristische Besiedler


  • Ceratina cucurbitina (Schwarzglänzende Keulhornbiene)
  • Ceratina cyanea (Gewöhnliche Keulhornbiene)
  • Ceratina chalybea (Große Keulhornbiene) (nur in den Wärmegebieten)
  • Hylaeus brevicornis (Maskenbienen-Art)
  • Hylaeus communis (Gewöhnliche Maskenbiene) und weitere Hylaeus-Arten
  • Osmia leucomelana (Schwarzspornige Stengel-Mauerbiene)
  • Osmia claviventris (Gelbspornige Stengel-Mauerbiene)
  • Osmia tridentata (Dreizahn-Mauerbiene)
  • Stelis ornatula (Düsterbienen-Art), »Kuckucksbiene« bei Osmia-Arten

Auch einige Grabwespen (Pemphredon inornata) und solitäre Faltenwespen (Odynerus laevipes) besiedeln markhaltige Stengel.